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6. Welcher Umfang für die europäische Union?

In seinem Traktat zum ewigen Frieden in Europa beabsichtigt Charles-Irénée Castel de Saint-Pierre,vii die Anrainerstaaten islamischen Glaubens der europäischen Union durch Verträge zu verbinden, damit sie auf lange Sicht in Frieden miteinander leben. Sukzessive Waffenstillstände, die sich nicht als nachhaltig erwiesen haben, werden so durch ein neues Paradigma abgelöst.

Betreffs der Mohammedaner, die an den Grenzen Europas wohnen, der Türken, Tataren, der Bewohner von Tripolis, Tunis, Algier und Marokko, hat man Einwände dagegen erhoben, ihnen Sitz und Stimme im Bundesrat zu geben. Indes könnte der Bund zur Aufrechterhaltung des Friedens und des Handels mit ihnen und um sich ein Heer gegen sie zu ersparen, einen Vertrag mit ihnen abschließen, die gleichen Sicherheiten von ihnen fordern und ihnen einen Vertreter in der Stadt des Friedensviii zugestehen. Der Handel im Mittelmeer ist für die christlichen Staaten von großer Bedeutung; es ist also von Wert für sie, Sicherheiten dafür zu erhalten, sei es dem türkischen Sultan gegenüber, sei es gegen die afrikanischen Seeräuber. Gingen sie darauf nicht ein, so könnte der Bund sie als Feinde erklären und sie mit Gewalt zu Stellung hinreichender Bürgschaften für die Erhaltung des Friedens zwingen. Auch ließen sich Bestimmungen zugunsten ihrer christlichen Untertanen durchsetzen.

Charles-Irénée Castel de Saint-Pierre, Der Traktat vom ewigen Frieden (1713).

Rechtefreier deutscher Text unter: http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-traktat-vom-ewigen-frieden-7664/8

Rechtefreier Originaltext (Edition von 1713, Bd. I) unter: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k86492n?rk=21459;2

Rechtefreier Originaltext (Edition von 1713, Bd. II) unter: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k864930?rk=42918;4