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45. Sprachlicher Reichtum Europas

In seinem Traktat vom ewigen Frieden diskutiert Saint-Pierre die Frage nach der sprachlichen Vielfalt in Europa und der Probleme, die daraus erwachsen. Dabei hebt er die Bedeutung der Übersetzer als Mittler zwischen den Kulturen hervor.

Man hat zwei Einwände gegen meine Ideen hervorgebracht. Erstens, dass man in den deutschen Landen nur eine Sprache spricht, während man in Europa derer viele spricht. Darauf antworte ich: Wenn Abkommen nur zwischen Herrschern geschlossen würden, die sowie ihre Untertanen die gleiche Sprache sprechen, würden nie welche geschlossen. Und doch geschieht dies täglich. Wie kann dies geschehen? Weil man nur über Abgesandte verhandelt und es ausreichend ist, wenn die Abgesandten der Herrscher eine gemeinsame Sprache mit den Abgesandten sprechen, mit denen sie verhandeln. Oft wird auch mit Hilfe von Übersetzern verhandelt, ohne dass die Abgesandten die Sprache des anderen sprechen.

Charles-Irénée Castel de Saint-Pierre, Der Traktat vom ewigen Frieden (1713).

Rechtefreier deutscher Text unter: http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-traktat-vom-ewigen-frieden-7664/8

Rechtefreier Originaltext (Edition von 1713, Bd. I) unter: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k86492n?rk=21459;2

Rechtefreier Originaltext (Edition von 1713, Bd. II) unter: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k864930?rk=42918;4