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35. Ein anderer Weg der Erziehung?

Der Herzog von Nivernais (1716-1798),xxxvi Gelegenheitsdichter, hat uns zahlreiche Fabeln hinterlassen. In einer von ihnen erfindet er einen Dialog zwischen einem ‚Wilden‘ und einem Europäer. Er erwähnt eine Form der körperlichen Misshandlung, wenigstens in den Augen der Europäer, wie auch psychische Traumata aus der Perspektive des ‚Primitiven‘, der eine Weisheit an den Tag legt, der von seinem vermeintlich zivilisierten Gesprächspartner jedoch nicht verstanden wird.

Misshandelte Köpfe

Ein Wilder knetete,

Verschmälerte, verkleinerte

Den Kopf eines Kindes, um ihm die Form zu verleihen,

die dem Geschmack des Volkes entsprach.xxxvii

Ein Europäer, der vorbeikam,

Fand dies eine große Barbarei;

Er rügte den Amerikaner,

Warf ihm vor,

die Gesetze der Natur zu missachten,

wenn er das menschliche Antlitz so verunstalte.

Die äußere Form kann so verletzt werden,

Gab der Hurone zu;

Aber wir lassen die Vernunft sich entwickeln,

Wir engen nicht die Gedanken ein.

Man sagte mir, auf Eurem Kontinent,

Beschneide man die Urteilskraft,

Wie bei uns den Kopfumfang.

Dieser, um ehrlich zu sein,

sollte eher eingeschränkt werden.

Louis-Jules Barbon Mancini-Mazarini-Nivernois, Herzog von Nevers, Die Fabeln des Mancini-Nivernois (1796).

Anonym. (wahrscheinlich jean de Brébeuf), Karte des Landes der Huronen (1631-1651).xxxviii

Rechtefreier Originaltext (Edition von 1796) unter: https://archive.org/details/fablesdemancinin02nive