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31. Verbreitung des Reichtums

Der spanische Adelige Tomás de Iriarte (1750-1791)xxxiii wuchs in einer Familie auf, welche sehr unter dem Einfluss der französischen Kultur stand, und er blieb diesem Erbe treu, durch welches er aufgrund seiner Tätigkeit als Übersetzer, insbesondere französischer Dramen, zu Ruhm gelangte. Seine Fabeln gingen den umgekehrten Weg, da sie auf Florianxxxiv einen unbestreitbaren Einfluss hatten. Dieser kurze Text zeigt, dass niemand Prophet im eigenen Lande ist und dass es immer nützlich ist, offen für fremde Einflüsse zu sein.

Fabel XLI—Tee und Salbei

Der Tee, kommend aus China,

trifft auf dem Weg auf den Salbei,

Er sagt zu ihm: „Wohin des Weges, mein Freund?“

—Ich gehe nach Europa, mein Lieber,

Dort, weiß ich, zahlt man viel für mich“.

„Ich“, antwortete der Salbei, „gehe nach China,

Denn dort bin ich willkommen, habe ich gehört,

als Gewürz und Medizin.

In Europa behandelt man mich als Wilden,

und ich konnte dort niemals mein Glück machen.“

„Dann geh, glücklich sei Deine Reise,

Denn es gibt keine Nation,

wo die aus dem Ausland stammenden Produkte,

Nicht mit Enthusiasmus und Geld willkommen geheißen werden.“

Tomás de Iriarte, „Tee und Salbei“ in Fabeln (1782).

Rechtefreier Originaltext unter: http://albalearning.com/audiolibros/iriarte/41te.html

Rechtefreie Audioversion des Originaltextes unter: http://albalearning.com/SONIDO/iriarte/albalearning-41te_iriarte.mp3


xxxiv Jean-Pierre Claris de Florian (1755-1794): französicher Dichter und Autor von Dramen, Romanen und Fabeln.